Echt, reden jetzt?! Nee, abstimmen!
Demokratie im Alltag
Datum
24. bis 29. Oktober 2011 in Schneckenmühle/Liebstadt
9. bis 14. April 2012 in Wernsdorf bei Berlin
Und worum gehts?
Demokratie – Oder: Warum reden wir nicht mal über Alternativen? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? – Identität im Internetzeitalter. Weil ich (k)ein Mädchen bin!? – Über Jungen, Mädchen und andere Geschlechter
Programm
»Echt, reden jetzt?!«
Auf diese – bestimmt schon leicht genervt gestellte Frage – kann es mehrere Antworten geben, z.B.:
- »Nee, abstimmen!"
- »Nee, gleich aufs Maul!«
- »Wenn was bei rauskommt...«
- »Ihr seid doch doof und stinkt.«
- »Weiß nicht, sag Du!«
Wenn du dich spontan besonders von den Antworten 2 und 4 angesprochen fühlst, bist bei uns vielleicht doch nicht so richtig aufgehoben. Wahrscheinlich solltest du besser Kontakt zum nächsten Anti-Agressions-Trainings-Anbieter suchen.
Wenn dir jetzt allerdings noch mehr Fragen in den Sinn kommen, bist du bei uns bestimmt richtig.
SchneckenTempo organisiert Veranstaltungen, Freizeiten und Seminare für junge Menschen. Ob coole Projekte oder aktionistisches Theater – bei uns könnt ihr selbst was auf die Beine stellen. SchneckenTempo ist deine Plattform, wenn du mit Freundinnen oder Freunden deine Ideen in die Tat umsetzen willst.
Worum gehts diesmal?«
- Demokratie – Oder: Warum reden wir nicht mal über Alternativen?
- Wer bin ich und wenn ja, wie viele? – Identität im Internetzeitalter
- Weil ich (k)ein Mädchen bin!? – Über Jungen, Mädchen und andere Geschlechter
Klingt schon mal interessant? Ist es auch; geht sogar noch weiter. Wir wollen mit euch, also Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 (ggf. bis 21) Jahren, über die Welt, die Strukturen und gesellschaftlichen Bedingungen diskutieren, die euch schon länger auf die Nerven gehen. Klar, ist längst nicht jede Regel Blödsinn, die unserer Kreativität begrenzt. Aber warum nicht mal über Alternativen diskutieren?
Worum gehts diesmal?
Wir erarbeiten uns die Fragestellungen, um die es gehen soll, gemeinsam und suchen in Workshops, Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, in Filmen und Exkursionen eine Antwort darauf.
Freizeit & Ausspannen
Klingt wie Schule? Quatsch. Natürlich soll das Ganze keine "Politische Weltkunde in den Ferien" sein, sondern eine Jugendwoche, in der praxisorientiert Fragen nachgegangen werden soll, die man sich erstmal stellen muss – zum Beispiel auch, während man einen Kaffee trinkt, am See liegt oder ins Lagerfeuer schaut.
Daneben kommen Freizeit und Erholung nicht zu kurz: Ob nun Chillen in Hängematten oder am Lagerfeuer, mit Grillwurst oder Tofu, Dampf ablassen beim Volleyball oder auf der Disko – das ist immer noch ne Ferienfreizeit! ;-)
Methode & Ziel
Natürlich sind wir nicht unvorbereitet. Themen wie Wer bin ich und wenn ja wie viele?, Welche Rechte hab ich und welche Pflichten muss ich? oder Gender – worüber reden wir eigentlich? werfen wir gern in den Ring. Dabei geht es uns darum, Demokratie und Alltag bzw. Ideal und Lebenswirklichkeit etwas zusammen zu bringen.
Es ist eine ›merkwürdige Sache‹ mit der Demokratie: Irgendwie klingt sie immer besser klingt, als sie sich organisieren und erleben lässt. Deswegen ist das, was uns so selbstverständlich erscheint, auch stetig Gefahren ausgesetzt. Eine davon ist, dass keiner mitmacht, weil sie zu abstrakt daherkommt, zu lange dauert oder es viel einfacher scheint, wenn nur einer entscheidet.
Das muss aber nicht sein. Demokratie kann mehr!
Wir schauen mal genauer hin, wollen uns bewusst machen, dass jede und jeder Einzelne etwas tun kann und an anderer Stelle vielleicht besser lassen sollte. Hier geht es nicht um politisch Indoktrination, sondern um Gestaltung und Teilhabe. In den verschiedenen Workshops wollen wir euch etwas Orientierung zwischen gefühlter Ohnmacht und gelebter Überheblichkeit geben, in Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Fragen diskutieren, die euch interessieren. Das alles gern auch am Lagerfeuer – oder auch mal schweigen, weil Mund voll, am Grill nämlich.
Schlussendlich soll am Ende der Woche jede und jeder von uns ein wenig souveräner mit dem Leben in unserem System umgehen können.
Förderer
Diese Herangehensweise führt dazu, dass die SchneckenTempo-Seminarwoche Echt, reden jetzt?! maßgeblich durch den Lokalen Aktionsplan und durch die Aktion Mensch sowie durch die Holfort-Stiftung und den Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gefördert wird. Hinter dem ganzen Vorhaben steht also weder eine politische Partei noch ein Verband – sondern auf eure Meinung kommt es an. Am Ende sollen alle, die dabei waren, sagen können: »Das stört mich!«, »Das könnte ich dagegen tun.«, »Und so finde ich Leute, die mich dabei unterstützen.« oder »Das find ich gut und ich weiß, auch wie ich das unterstützen könnte.« und mit diesem Wissen ganz entspannt und souverän durch diese Zeiten zu gehen.
Termin – Preis – Anmeldung
Die Jugendwoche Echt, reden jetzt? wird regelmäßig angeboten.
Vom 24. bis 29.10.2011 findet sie in unserem eigenen Ferienlager in Schneckenmühle statt. Der Teilnehmerbeitrag beträgt symbolische 50€. Im Preis inbegriffen sind Übernachtung, Verpflegung, Betreuung, das gesamte Seminarprogramm, alle anderen Aktivitäten und somit sechs sicherlich gleichermaßen lehrreiche wie auch erholsame Tage in der malerischen sächsischen Schweiz.
Vom 9. bis 14.04.2012 findet sie in Wernsdorf bei Berlin statt. Der Teilnehmerbeitrag beträgt symbolische 50€. Im Preis inbegriffen sind Übernachtung, Verpflegung, Betreuung, das gesamte Seminarprogramm, alle anderen Aktivitäten und somit sechs sicherlich gleichermaßen lehrreiche wie auch erholsame Tage am Berliner Stadtrand.
Die maximale Teilnehmeranzahl beträgt 30, teilnehmen können Jugendliche von 14 bis 21 Jahren, die neugierig genug sind, mal etwas Neues auszuprobieren. Die Buchungen werden bis einschließlich 20.09.2011 bzw. 01.04.2012 in der Reihenfolge des Eingangs angenommen. In der ersten Woche werden Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bevorzugt angenommen, da es sich um eine vom Lokalen Aktionsplan des Landkreises teilgeförderte Maßnahme handelt. Eine zentrale Anreise findet von Pirna aus mit Kleinbussen statt.
Anmelden kannst du dich direkt mit dem Anmeldeformular des Kinderdorf Schneckenmühle e.V.. Dort gibst du deinen Namen und Adresse ein und wählst die gewünschte Fahrt.
Ablauf
(Mahlzeiten gibt es jeden Tag, sie stehen darum nicht im Programm)
- Montag
-
- Anreise
- ab 16 Uhr
- Wer bist du und wer bin ich eigentlich?
- Kennenlernen am späten Nachmittag – Umfrage zur sozialen Netzwerken und Internet (so nebenbei) – Selbstverortung »Wo steh ich hier eigentlich? Und sonst?«
- Was soll laufen?
- Vorstellung des Programms und gemeinsame Festlegung einzelner Inhalte
- anschließend Lagerfeuer
- Dienstag
-
- Workshoptag
- Workshop 1: »Vom Briefgeheimnis bis zum Taschengeld«
- Menschenrechte sind auch Kinderrechte
- Workshop 2: »Freiheit und Bindung – Warum ich wir bin«
- Von Spielregeln und anderen Gesetzen
- Workshop 3: »Wer bin ich und wenn ja wie viele?«
- Leben im und mit Internet
- »Und ihr so?«
- Auswertungsrunde
- Filmabend
- Mittwoch
-
- »alles anders – alles gleich?«
- Gleichberechtigung und Geschlecht
- Jugend in anderen Zeiten
- Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus der BRD und DDR
- Bowling
- lustige Feldstudien über das Jubelverhalten auf Bowlingbahnen
- Donnerstag
-
- Exkursionstag: Berlin bzw. Leipzig
- Stadtspaziergänge zwischen Repräsentationsdemokratie und Selbstermächtigung
- Orte der Repräsentation
- Lustgarten in Berlin bzw. das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig als Orte der Repräsentation und kollektiven Identitätsstiftung
- Orte der Selbstermächtigung
- das Betanien in Berlin-Kreuzberg bzw. Projekthäuser in Leipzig als Beispiel für Selbstidentität und alternative Lebensentwürfe
- Stadtbummel
- individuelle Stadterschließung
- Filmeabend
- »Was tun, wenn’s brennt?«
- Freitag
-
- Das Experiment
- Wie lassen sich Willenbildungsprozesse und deren Umsetzung am besten steuern?
- Verfassungsgebung
- Einfach mal selbst bestimmen, was für uns bestimmend sein soll
- Die Sause zum Schluss
- Disco, Punk und Pogo
- Samstag (entfällt in Wernsdorf)
-
- Wiederaufnahmerunde
- »Eigene Grenzen definieren, fremde Grenzen erkennen, Widerstand?«
- »Gut, noch mal drüber zu reden.«
- Auswertungsrunde und Perspektiven
- Abreise
- ab 15.00 Uhr